GALERIE | CLAUS KNOBEL BIS 02.06. VERLÄNGERT | „gefühlvoll, grob, zart, schrill & kompromisslos“

Kunstraub99 präsentiert:

„GEFÜHLVOLL, GROB, ZART, SCHRILL UND KOMPROMISSLOS“ Der reiche Klang der Wahrnehmung – 40 Jahre mal pastos mal gezeichnet an die Wand gestiegen.

CLAUS KNOBEL BIS ZUM 02.06.2020, 15 UHR VERLÄNGERT!!!

Adresse: Aachener Straße 1002, 50 858 Köln
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10-22 Uhr, Samstag 18-22 Uhr
und nach telefonische Absprache unter 0173 2897018

 

Werkschau von Claus Knobel zeigt in der Galerie Kunstraub99 Arbeiten aus vier Schaffensdekaden

Mit nahezu 90 Werken aus einer Schaffensperiode der letzen 40 Jahre zeigt die Galerie Kunstraub99 eine üppige Retrospektive des Malers Claus Knobel. Auf drei Ebenen präsentiert der Künstler seine Wahrnehmungen mit einem sehenswerten Mix aus großformatigen konzeptionellen surrealistischen Bildnissen, Portraits, Naturansichten sowie abstrakten Werken. Unter dem Slogan
„Gefühlvoll, grob, zart, schrill und kompromisslos“ führt der ausgebildete Plakatmaler sowie einstige Student der Malerei und Anatomie die Besucher durch ein nicht enden wollendes Kabinett in dem Anmut, Skurrilität, Abstand und unmittelbare Konfrontation die Ausstellung als einheitlichen Körper aufblitzen, pulsieren aber auch schweigen lassen. Die Realität wird zum Traum mit beleuchteten Notausgängen zurück in das Bewusstsein. Inspiriert unter anderem von Motorradreisen nach Korsika, Andalusien, Australien oder Namibia und der Bekanntschaft mit verschiedensten Philosophien dokumentiert Knobel seine Impressionen in Aquarellen, Acryl- Werken und Ölkreide. Airbrush, Tusche, Seidencollagen oder Federzeichnungen erweitern die Pallette der Techniken. Keine Ausstellung im herkömmlichen Sinne, vielmehr ein eigenes Museum mit Exponaten der vielen Persönlichkeiten des Künstlers erinnert an die steten Veränderungsprozesse im Leben aller Betrachter. Die undurchsichtigen Kompositionen ziehen dabei ihre Schatten nicht lange hinter sich her, sondern senden ihre ihnen eigene Dunkelheit als regnende und strahlende Geister wie Botschafter voraus in eine wundersame Welt.

Ein Text von Thomas Dahl ( Kölnische Rundschau, 19.03.2020, Ausgabe „Kölner Westen“)

Auszug einer Laudatio (gehalten in Würzburg) von Liane Thau M.A. Kunsthistorikerin
Für jede Schaffensphase, die ein Land oder ein Thema behandelt, entwickelt Claus Knobel eine eigene Gestaltungsweise, die ihm für Inhalt und  Aussage angemessen erscheint. Das geschieht nicht von einem Tag auf den anderen – Schritt für Schritt entwickelt er Malstrategien, die selbst eine lang gediente Kunsthistorikerin überraschen.
Und immer ist „Vielschichtigkeit“ das Leitmotiv seines Gestaltungswillens – sowohl inhaltlich als auch formal.
Ob das alte Europa oder entfernte Kontinente, den Maler Claus Knobel zieht es hinaus in die Welt, ihn interessieren Natur, Landschaft und die Menschen, die darin leben. Auf seinen meist dreimonatigen Motorradgespann-Reisen taucht er mit seinem ganzen Wesen, mit Leib und Seele in die bereisten Länder und damit in einen  vielschichtigen Prozess ein.

Auszug einer Laudatio (gehalten in Rastatt ) von Professor Dr. Helge Bathelt
Indem wir erinnern, identifizieren und Differentes wahr zu nehmen heraus gefordert werden:
hängen wir bereits im Netz des Bildautors und erleben seine enorme Präsenz als Gestalter.
Hinein gezogen zu werden schafft Nähe. Nähe bedeutet den Zwang zu einer
fortschreitenden Differenziertheit der Wahrnehmung aus der Genauigkeit entsteht,
registrieren von Details und der Weg hinein in das, was das Eigentliche dieser Arbeiten ist,
nämlich ihre seelische Tiefe.
Claus Knobel endet nicht in der Virtuosität seiner gegenständlichen Malerei. Selbst
dort, wo er an eine barocke Lichtregie anschließt und aus einem Wolkentheater Sonnenlicht
fluten lässt: räumt er jedes Missverständnis eines bloß reproduzierten Naturschönen aus,
indem er – und er macht das ja durchweg bei allen seinen Arbeiten – den Untergrund so
verletzt, dass er sich für das oberflächlich Naturschöne nicht mehr her gibt.
Diese Vorbereitung der Untergründe ist schon als Prozess hoch interessant.

Auszug einer Laudatio (gehalten in Stuttgart) von Professor Dr. Helge Bathelt
Knobel tritt gerade in die dritte Phase seines Schaffens ein. Zuerst waren die surrealen
Anfänge. Meisterliche Lasurtechniken, die ihm – gesteigert ins Monumentale – den Zugang
zum Erfolg gesichert hätten: wie einem Hellwein oder einem Jan Peter Tripp. Dann die
Suche nach der Wirklichkeit auf den „getauften“ Leinwänden. Heute die Arbeiten nach
seinem Weg durch Australien.
Hier hat er etwas gefunden, das schon lange in ihm vorbereitet war und ihm eine ganz neue Ursprünglichkeit gibt und mit dem er sehr behutsam umgeht. Transparenz wird auf Schichten von Seide hergestellt, der innere Tiefenraum wird ausgedrückt, das Alltägliche mit dem Träumerischen verbunden und das Erkannte als so wichtig deklariert, dass er es durch Übermalungen einer tumben Identifikation entzieht, nur schmale Fenster öffnet und eine Ahnung davon vermittelt, was eine Öffnung des Verborgenen an Wichtigem zu Tage fördern könnte.
Mit diesen Arbeiten wird eine neue Tiefe im Schaffen dieses Künstlers erreicht.
Sie hat ein außergewöhnlich gestalterisches Niveau.

Auszug einer Laudatio (gehalten in Köln) von Dr.Wolfgang-Till Buss Kunsthistoriker
So hat er wie nebenbei auf diesem Weg in ein fernes Land auch eine Reise nach innen angetreten, deren Verästelungen sich in den Kartographien seiner Gemälde spiegeln. Knobels Motorradtouren haben ihn in unterschiedliche Weltgegenden gebracht, nach Korsika, in die Outbacks, werden ihn bald wohl bis nach Namibia führen. Es sind immer wieder Plätze, die in Kontrast zu unserer verstädterten, überzivilisierten und verplanten Welt stehen; es sind Orte, die dem Reisenden unvorhergesehene Richtungen und dem Künstler unversehens plötzliche Wendungen diktieren können. Bei jeder Reise hat Knobel andere Themen entdeckt und damit andere Stile und Ausdrucksformen entwickelt, die diesen Sujets angemessen erschienen.
So tränkt er Seidentücher in Acryl und legt sie in mehreren Schichten über dieses skelettartige zeichnerische Gerüst seiner Arbeiten; die Spritzpistole füllt die Leinwand mit Bildmotiven, die dann wiederum mit einem weißlichen Schleier überzogen und abgeschliffen werden. Diese sehr eigenwillige, der traditionellen europäischen Lasurmalerei nachempfundene Technik lässt Bilder voller Widersprüche entstehen. Auf diesen Flächen kommunizieren eine im Grunde abstrakte und eine gegenständliche Leseebene miteinander
Oft ergibt sich ein schroffer Gegensatz: einerseits die wie im Halbschlaf erzeugten organischen Gewächse und Texte in der Tiefe der Arbeiten, die dann mit unvermittelter Schärfe im Vordergrund zu schweben scheinen; andererseits die Kälte kapitalistischer Paläste: Bankenfoyers, leicht protzige Ladenfronten eines Juweliers, Cafés des Gründungsbooms der Zeit um 1900. Alles unter einer spiegelglatten, scheinbar kalten Oberfläche, während sich in der Tiefe wie in der Traumzeit der Aborigines entstandene rätelhafte Partituren unbekannter Melodien abzeichnen.

Konzeptart by KUNSTRAUB99

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Kunstraub99
Mo-Fr: 10-22 Uhr
Sa: 18-22 Uhr
und nach Absprache

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Sa: Ab 18 Uhr
So: Ruhetag

Küche bis 22:30 Uhr

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